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Was ist Flamenco?Flamenco ist eine Kunstform, die sich in zwei Varianten präsentiert: Musik und Tanz.In der Musik spielen Gesang und Gitarre die bedeutendste Rolle. Es gibt andere Begleitungen (wie rhythmisches Händeklatschen) und Instrumente, die auch mitspielen, und manchmal sehr wichtig sind. Der Tanz ist sehr expressiv und jeder Teil des Körpers muß sich gleichzeitig und koordiniert bewegen: Die Füße, die Beine, die Hüften, die Taille, die Finger, die Hände, die Arme, die Schultern und den Kopf. Zum Flamenco lernen, (wie in anderen Kunstformen) braucht man zwei Ingredienzen: Seele und Technik, und das ist kein einfaches Ziel weil der Flamenco sehr kompliziert und reich ist. Man kann mehr als 50 verschiedene "Palos" des Flamencos zählen. Jeder "Palo" hat seinen eigenen Rhythmus, seine eigene Harmonie und ist nämlich ein anderer Tanz. Man kann simplifizieren wenn man diese Palos in zwei Gruppen oder Stillrichtungen teilt:
Geschichte des Flamencos1. Ursprünge des FlamencosHier können wir nur vermuten, als wir vor 1774 keine Literatur haben wo die Volksmusik und -tänze Andalusiens mit dem Wort Flamenco bezeichnet wurde.Das einzige wo es keinen Streit gibt ist dass Flamenco immer eine typische südspanische Kunstform war, und dass ihre Wiege befindet sich im Tal des Flusses Guadalquivir. Gerade im diesem Tal finden wir die erste Spanische Hochkultur die Tartessos, nach historischen Quellen sehr gute Freunde des Tanzen und Musizieren. Jedenfalls wissen wir nicht wie dieser Tanz ausgeschaut hat oder wie diese Musik war. Eine andere Tatsache ist, dass im Flamenco finden wir zahlreiche weitere Einflüsse, (was in einem Land, das durch die Jahrtausende von verschiedenartigsten Zivilisationen und Kulturen beherrscht oder besucht wurde, keineswegs überraschen wird): Phönizier, Griechen, Karthager, Römer, Juden, Mauren, Gothen und Zigeuner haben in diesem Land gelebt. Alle haben ihre Spuren hinterlassen, und einige von ihnen den Flamenco beeinflusst. Martial und Juvenal berichten von den Puellae Gaditanae, Mädchen aus dem Spanischen Gades, (die Kolonie die die Phönizier begründeten) die unter Kastagnetenbegleitung ihren üppigen Hüften kreisen ließen oder in geübtem Zittern schwingen ließen. Diese Mädchen waren damals sehr bekannt in Rom und der beliebte Höhepunkt eines Festes. Manchmal finden wir in diese Quellen das Wort Tänzerin mit dem Wort Gaditanae besetzt. Auf Reliefs der Antike, finden wir die Tänzerinnen mit Kastagnetten, deren Positionen der Fuße und der Arme, identisch mit dem des heutigen Flamenco sind. Vielleicht war es nur ein Zufall oder der Basis einer Mittelmeerisches Tanzart die im Flamenco noch heute lebendig ist, und in anderen Teile Südeuropas verschwunden ist. Weitere Vermutungen sind: Dass die Siguiriya, die Saeta und der Fandango in der semitische Liturgie ihre Ursprung finden. Über die maurischen Einflüsse braucht man nicht viel vermuten wenn man einem Flamenco Sänger, mit seiner trockene Stimme die direkt vom Hals kommt, auf diese traurige Art, hört. Es ist auch interessant, dass einige Tanzbewegungen überraschende Ähnlichkeiten haben mit Asiatischen Tänzen aus Regionen die früher von den Zigeuner besiedelt waren. Auch die Rhythmen haben Charaktere die man heute nur in Indien findet. Wir könnten lange weitere Einflüsse nennen um weiter vermuten. Jedenfalls Tatsache ist, dass Flamenco hat sich immer beeinflussen lassen von den verschiedensten Elementen und Musikrichtungen. 2. Evolution des Flamencos nach 1774Die erste Erwähnung dieser Musik in der Literatur finden wir in den "Cartas Marruecas" des spanischen Autors Cadalso, 1774. Ihre Wiege dürfte sich dort befunden haben, wo zwischen 1765 und 1860 die ersten Flamenco-Schulen gegründet wurden, in Cadiz, Jerez de la Frontera und in Triana (Sevilla). In dieser frühen Epoche eroberte der Flamenco seinen festen Platz in den Tanzsälen.In der Goldenen Ära (1869-1910) entwickelte sich der Flamenco in den zahlreichen Musik-Cafés (cafés cantantes) der Epoche zu seiner definitiven Form. Damals entstanden neben der fröhlichen Tanzmusik auch die ernsthaften Varianten, (cante jondo). Die Tänzer waren immer noch die Hauptattraktion für das Publikum der cafés cantantes, die Gitarristen spielten aber eine immer bedeutendere Rolle. In der Zeit von 1910 bis 1955 stand die Opera flamenca im Mittelpunkt. Sie brachte vor allem leichtere musikalische Kost, wie etwa Fandangos und Cantes de ida y vuelta, wobei letztere deutliche lateinamerikanische Einflüsse zeigten. Von 1915 an wurden fröhliche Flamenco-Shows organisiert, die Tourneen in die ganze Welt veranstalteten. Diese Entwicklung hatte aber auch Gegner, und 1922 organisierte eine Gruppe von Intellektuellen rund um den Komponisten Falla einen Flamenco-Wettbewerb in Granada, der den "authentischen" cante jondo fördern sollte. 1955 begann eine Art von Flamenco-Renaissance. Die führenden Tänzer und Solisten, die sich in den tablaos, den Nachfolge-Lokalen der frühen cafés cantantes, einen Namen gemacht hatten, traten von jetzt an in den großen Theatern und Konzerthäusern auf. Das Gitarrenspiel erreichte einen Höhepunkt, ebenso künstlerisch wie in seiner Popularität. Der heutigen FlamencoDer heutige Flamenco zeigt häufig Einflüsse anderer Musikrichtungen, etwa Jazz, Salsa, Bossa Nova, etc.Das Gitarrenspiel, die früher nur der Begleitung von Sängern und Tänzern gedient hatte, entwickelte sich zu einer eigenständigen Kunstform, der große Virtuose Paco de Lucia spielte dabei eine Schlüsselrolle. Sehr wichtige Flamenco Künstler haben den Flamenco in die Welt hinausgetragen, deshalb kann man nicht mehr sagen dass Flamenco eine typische südspanische Kunstform ist (als kann mann nicht mehr sagen, dass Jazz eine Typische New Orleans Musik ist). Heute zu tag gibt es große Flamenco Künstler die in anderen Ländern geboren sind, und es gibt auch fantastische Flamenco Schulen nicht nur in Barcelona oder Madrid sondern auch in Paris und andere Hauptstädten. Natürlich bleibt noch Andalusiens als Hauptstadt des Flamencos, deshalb kann man dort öfter den Flamenco genießen. In andere Länder erlebt man Flamenco eher in den großen Theatern und Konzerthäusern, in Wirklichkeit ist er eine intime Musikform. Und wirklich authentischen Flamenco erlebt man vor allem während einer Juerga im südlichen Spanien, in einer kleinen Gruppe von Musikern und Freunden: die ganze Welt scheint dann aus der Stimme, der Gitarre und dem Körper der Tänzerin im Mondlicht zu bestehen. | ||
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