Diese beeindruckende Moschee aus dem 8. Jahrhundert mit einer Ausdehnung von 23.000 Quadratmetern, die drittgrößte Moschee der Welt, umgeben von gewaltigen Mauern, beschrieb der britische Autor Gerald Brenan als das schönste und originellste Bauwerk ganz Spaniens. Die Moschee von Cordoba begründete den Kalifal-Stil, der römische, gotische, byzantinische, syrische und persische Elemente einband und die Wurzel aller spanisch-muslimischen Architektur der nächsten Jahrhunderte war, bis zum Mudejar-Stil jener Muselmanen, die im von den Christen zurückeroberten Spanien lebten.
Kalif Abderramán I. begann den Bau der Moschee mit einer gigantischen Halle, bestehend aus 11 Schiffen mit insgesamt 110 Säulen aus Marmor und Granit. Die Kapitelle stammen von abgerissenen römischen und byzantinischen Bauwerken. Darüber befindet sich eine zweite Reihe von Bögen, damals eine architektonische Neuheit, und schafft ein einzigartiges Spiel von Licht und Schatten. 833 vergrößerte Abderramán II. das Bauwerk und fügte 8 weitere Bögen hinzu, deren weiße Marmorsäulen aus dem römischen Amphiteater von Mérida stammen. Alhakem II baute 961 den Mihrab, das Minarett, mit überschwenglicher Verzierung aus Marmor und die Kliba mit ihrer Kuppel aus verschlungenen Bögen. Beide zählen zu den bedeutensten architektonischen Kunstwerken. Den letzten und größten Ausbau führte 987 Kalif Alamanzor durch. Das Bauwerk wurde auf das doppelte seiner ursprünglichen Ausdehnung erweitert; besonders erwähnenswert sind die Säulen aus blauem Marmor mit zusammengesetzten Kapitellen sowie die Säulen aus dunkelrotem Marmor mit korinthischen Kapitellen.
Die Moschee von Cordoba unterscheidet sich in zwei Punkten von allen anderen: zum einen ist sie nicht nach Mekka hin ausgerichtet, sondern nach den Moscheeen von Damaskus - vielleicht aufgrund nostalgischer Gefühle von Abderramán I., der diese, wie er in seinen Gedichten immer wieder ausdrückte, so sehr vermißte. Zum anderen befindet sich der Mihrab nicht im Zentrum des Gebäudes - Folge des Ausbaus durch Almanzor, der die Moschee nur nach Westen hin erweitern konnte, während im Süden der Fluß, Guadalquivir, und im Osten der Palast des Kalifen im Wege waren.
Im Jahr der Rückeroberung Cordobas durch die Christen, 1236, wurde die Mezquita zur christlichen Kathedrale geweiht. Bereits im 13. Jahrhundert führte man die ersten Änderungen durch und fügte die Capilla Real, königliche Kapelle, hinzu. 1523 schließlich begann man nach dem Willen der katholischen Kirche und mit Unterstützung von König Karl V., gegen den Widerstand der Stadtverwaltung, mit dem Bau eines gewaltigen Kirchenschiffs im Inneren der Moschee. Die Arbeiten daueten 234 Jahre, weshalb die Kathedrale, ursprünglich in gotischem Stil, auch Elemente der Renaissance und des Barock zeigt. Bemerkenswert ist, im Inneren der Kathedrale, die Capilla del Cardenal mit dem Kirchenschatz, darunter die Monstranz von Enrique de Arfe, das elfenbeinerne Kruzifix von Alonso Cano sowie bedeutende Figuren und Gemälde.
Rund um die "Mezquita"
Erzbischöfliches Palais: in seinem Inneren befinden sich Überreste des Regierungs-Palastes aus der Zeit der Goten, der später zum Alcazar Califal, dem Palast des maurischen Kalifen, wurde und mit der Mezquita durch einen unterirdischen Gang verbunden war. Er wurde mit Übersiedlung des Hofs nach Medina-Azahara aufgegeben, diente aber später wieder den Königen von Taifas als Residenz. Puerta del Puente: dieses Tor war ursprünglich Teil der arabischen Befestigungsmauer und wurde später im Renaissance-Stil umgebaut. Puente Romano: römische Brücke mit 16 Bögen über den Guadalquivir, einst Bestandteil der Via Augusta. Im Mittelteil der Brücke befindet sich ein Denkmal an San Rafael aus dem 17. Jahrhundert. Torre de Calahorra: arabische Befestigungsanlage am Südende der Brücke, ursprünglich bestehend aus zwei durch einen Bogen verbundenen Türmen, denen im 14. Jahrhundert ein dritter Turm hinzugefügt wurde. Entlang des Flusses gibt es Reste maurischer Mühlen, besonders interessant ist jene von Albolafia, deren gewaltiges Rad das Wasser zu den Gärten des Alcazar hochpumpte. Gegenüber befindet sich das Denkmal an San Rafael, den Patron der Stadt, ein barockes Werk aus dem Jahr 1781.
Der Palast der christlichen Könige, gebaut ab 1328 unter Alfonso XI, diente den katholischen Königen bis zur Rückeroberung Granadas als Residenz. Hier wurde auch der maurische Kalif Boabdil gefangengehalten. Im Inneren des Palastes befinden sich sehr schöne arabische Bäder sowie römische Mosaike und ein Marmorsarkophag aus dem 3. Jahrhundert. Ursprünglich befanden sich Türme an den vier Ecken des Gebäudes, von denen drei noch erhalten sind: der älteste, Torre de Los Leones, zugleich der Eingang des Alcazars, der achteckige Torre del Homenaje und der runde Torre del Rio. Der vierte Turm, Torre de la Vela, wurde im 19. Jahrhundert zerstört. Am Ostende der Gärten befinden sich Befestigungsmauern und das Tor von Sevilla, mit einem Denkmal an den Poeten Ibn Hazm,
La Judería
Das alte jüdische Stadtviertel, zurückgehend auf die Zeit der Römer und Goten, war stets ein bedeutendes kulturelles und intellektuelles Zentrum. Denkmäler erinnern an die bedeutendsten Söhne Cordobas: den römischen Philosophen Séneca, , den arabischen Philosophen Averroes und den jüdischen Philosophen Maimonides. Hier gibt es auch eine der wenigen in Spanien erhaltenen Synagogen, errichtet 1315, zu besichtigen. In der Nähe der Synagoge befindet sich das Stierkampfmuseum. Im Zoco wird traditionelle Handwerkskunst feilgeboten, im Sommer gibt es hier Flamenco-Veranstaltungen. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Kapelle von San Bartolomé in gotischem Mudéjar-Stil, die Casa del Indiano sowie zwei Minarette aus dem 11. Jahrhundert, heute integriert in die Iglesia de San Juan und das Convento de Santa Clara. In der Calle de Comedias gibt es alte arabische Bäder zu besichtigen.
Museen
Das Archäologische Museum befindet sich in einem Renaissance-Palast und ist besonders für die folgenden Ausstellungsstücke interessant: den alt-iberischen Steinlöwen von Nueva Cartella, die römische Büste des Drusus, den gotischen Schatz von Donjimeno und den arabischen Bronze-Hirsch von Medina-Azahara. Das Museum der Schönen Künste, im Gebäude des ehemaligen Spitals de la Caridad de los Reyes Católicos, zeigt eine bedeutende Sammlung von Gemälden und Skulpturen, unter anderem von Zurbarán, Murillo, Goya, Sorolla und Mateo Inurria. Das Museum von Julio Romero de Torres ist dem bedeutenden Maler gewidmet, der insbesondere durch seine wunderschönen Darstellungen der cordobesischen Frau bekannt ist.
Der Palast von Viana zeigt eine hervorragende Sammlung von Möbeln, Wandteppichen, Porzellan, Keramik und Gemälden und eine Bibliothek mit 7000 Bänden. Der Palast selbst beeindruckt mit seinen 14 Innenhöfen und schönen Gärten.
Plätze
Von Interesse für den Besucher sind sicherlich die Plaza de las Tendillas, der eigentliche Mittelpunkt der Stadt, deren uhr die Stunden mit einem Gitarrenton schlägt, die Plaza de la Corredera, auf der im 17. Jahrhundert Stierkämpfe ausgetragen wurden, sowie die Plaza del Potro, bekannt durch CervantesDon Quijote.
Römische Ruinen
In der Calle Claudio Marcelo gibt es Reste eines römischen Tempels, weitere römische Ruinen befinden sich im Nordosten der Stadt, in der Nähe des Malmuerta-Turms.